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Interview mit Sportarzt Dominik Dotzauer – Sind Anabolika tödlich?

Interview mit Sportarzt Dominik Dotzauer – Sind Anabolika tödlich?

Anabolika sind unter Profi-Bodybuildern ein offenes Geheimnis. Die meisten nutzen sie, alle wissen es, keiner spricht darüber. Szene-Star „Jil” (33, bürgerlich: Jens Illgner) hat sein Schweigen gebrochen. Er gibt zu, dass er jahrelang Steroide nahm – mit dramatischen Folgen für seine Gesundheit.

Auch unter Hobbysportlern werden Anabolika immer beliebter. Doch wie wirken diese Substanzen? Und wie gefährlich sind sie wirklich?

BILD fragte den Sportarzt Dr. Dominik Dotzauer. Er berät u. a. Bodybuilder zu ihrem Trainigsplan und ihrer Ernährung.


Jens Illgner (33, „Jil”) gehört zu Deutschlands größten Fitness-InfluencernFoto: picture alliance / Geisler-Fotop

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Bodybuilder Rich Piana starb 2017 im Alter von nur 46 Jahren – möglicherweise aufgrund seines jahrelangen Anabolika-MissbrauchsFoto: picture alliance / Geisler-Fotop

BILD: Sind Anabolika tödlich?

Dotzauer: „Man bringt sich damit nicht sofort um. Es ist wie mit Alkohol: Je nach Menge und Zeitraum kann es durchaus sein, dass man an den Folgen verstirbt. In den Dimensionen, in denen es im Profi-Bereich betrieben wird, kann es lebensverkürzend wirken.”

BILD: Warum nehmen denn so viele Bodybuilder Anabolika?

Dotzauer: „Weil sie wahnsinnig gut funktionieren. Man wird wesentlich stärker und muskulöser. In Untersuchungen haben Probanden auf Steroiden mehr Muskeln aufgebaut, ohne zu trainieren, als Probanden, die trainiert haben, aber keine Steroide genommen haben. Und das bei einer nur geringen Dosis von 600 mg Testosteron pro Woche. Viele Bodybuilder und Sportler nehmen mehr und noch andere Substanzen wie Wachstumshormone. Steroidkonsum kann auch ein Lösungsversuch sein für Menschen, die sich klein, schwach oder hässlich fühlen, wie bei eine narzisstischen Persönlichkeitsstörung oder einer Muskeldysmorphie – umgangssprachlich kann man das ‘Muskelsucht’ nennen.”


Carina Møller-Mikkelsen aus Kiel