Loading...
ttelteVater

Vater schüttelte sein Baby blind

Vater schüttelte sein Baby blind

Memmingen (Bayern) – Ein 37-Jähriger hat durch eine Schüttelattacke seinem eigenen Kind massiven, lebenslangen Schaden in nicht vorstellbarem Maß zugefügt. Für die Tat muss er nun sechs Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Memmingen sprach den Mann am Freitag der schweren und gefährlichen Körperverletzung schuldig. Die kleine Laura erlitt eine Hirnblutung und ist nun blind, an Armen und Beinen gelähmt, wird nie sprechen können und ein Leben lang ein Pflegefall bleiben.

„Eine Besserung ist nicht in Sicht“, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Hasler. „Schlimmere Folgen einer Tat sind nicht denkbar“, betonte er.

► Der Vater hatte das Kind nachts geschüttelt, nachdem es geschrien und sich trotz Fläschchengebens nicht beruhigt hatte. Es sei eine spontane Tat aus der Überforderung des Vaters heraus gewesen, sagte Hasler. Der Vater sei sonst nicht gewalttätig und habe die schlimmen Verletzungen auch nicht gewollt.

Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, weil der Staatsanwalt und der Verteidiger auf Rechtsmittel verzichteten.

Tragische Familienverhältnisse

Der Anwalt des Mannes schildert tragische Familienverhältnisse: Die Freundin des 37-Jährigen sei psychisch krank und deswegen ständig in Kliniken gewesen, sein Mandant habe seine Arbeit verloren und sei vollkommen überfordert gewesen.

Das Paar hat noch ein weiteres Kind, ein heute dreijähriges Mädchen. Wegen der „äußerst desolaten“ Situation habe die Familie in zwei kleinen Kinderzimmern im Haus der Eltern des Angeklagten in Bad Wörishofen gelebt. Dort kam es auch zu der Tat.

Der Angeklagte ist nach Angaben seines Anwalts Alkoholiker und hatte am Tag der Tat reichlich getrunken. Nach der schweren Verletzung seiner Tochter sei dies noch schlimmer geworden.

„Der Angeklagte wollte seine Schuld ertränken und sich totsaufen“, sagte Michael Bogdahn. Heute wisse sein Mandant, dass er damals Hilfe hätte holen müssen, um das Geschehen zu verhindern.

Tödliches Schleudertrauma

Der Fall des 37-Jährigen ist kein Einzelfall. Immer wieder stehen Eltern vor Gericht, weil sie ihre unruhigen Babys heftig geschüttelt und damit schwer am Hirn verletzt haben. „Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas“, erklärt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Mehr aktuelle News aus München und Umgebung lesen Sie hier auf muenchen.bild.de.

Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von BILD München

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *