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Ups, wir sind dann mal doch nicht weg!

Ups, wir sind dann mal doch nicht weg!

MELBOURNE, AUSTRALIA – OCTOBER 24: An unknown Artist Creates oBike mural in a lane way in Fitzroy on October 24, 2017 in Melbourne, Australia. The yellow oBikes work on the premise of dockless locking, meaning the bikes can be left anywhere convenient. Since their introduction in June, oBikes have been found stuck up trees, on top of portable toilets and dumped in the Yarra River. (Photo by Michael Dodge/Getty Images)

Rückzug aus deutschen Städten? Alles nur ein Missverständnis, sagt der Bikesharer nach Tagen der Funkstille. Miese PR, die nicht nur dem eigene Startup schadet.

Wer Beispiele für miese Startup-PR sucht, wird nun schon zum zweiten Mal in kurzer Zeit in Frankfurt fündig: Erst im April hielt es Savedroid für eine gute Idee, seinen Kunden vorzugaukeln, man sei mit ihrem Geld aus der Mainstadt abgehauen – und war dann plötzlich doch nicht fort. Und nun ist auch der Obike-Gründer auf wundersame Weise wieder da – beziehungsweise will niemals weg gewesen sein: Der Singapurer Bikesharing-Anbieter wolle sich aus Frankfurt zurückziehen? Nein, da habe die Stadt wohl etwas missverstanden, sagte Shi Yi dem Handelsblatt.

Man fragt sich: Was konnte da missverstanden werden? Und was sollten all die anderen Städte denken, in denen über das Aus von Obike spekuliert wurde? Das Startup geht in Singapur pleite und die Führung ist tagelang für niemanden erreichbar. Mehrer Städte und Geschäftspartner sprechen von offiziellen Schreiben, laut denen Obike aufgebe, und in Frankfurt, Berlin, München, Zürich und andernorts stehen jeweils Hunderte bis Tausend herrenlose Räder. Und am Ende kommt der Gründer einfach und sagt: „Ups, wir sind dann mal doch nicht weg“?

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Von Savedroid hätte er lernen können, dass ein joviales „War nicht so gemeint“ nicht reicht, wenn das Vertrauen schon zerschlagen ist. Im Falle des Frankfurter Fintechs war zum Glück das Geld nie wirklich verschwunden, ein völlig misslungener PR-Stunt blieb es am Ende trotzdem. Bei Obike ist es nach wie vor nicht ausgeschlossen, dass etwa Hamburg auf den 10.000 Rädern sitzen bleibt, die in einer Lagerhalle vor der Stadt stehen, wenn das Startup doch aufgibt.

Vertrauen darin, dass es anders kommt, erweckt der Kommunikationsstil von Shi Yi jedenfalls nicht. Noch schlimmer: Er zieht die ganze Branche in Mitleidenschaft. Bikesharing-Anbieter, das sind doch die, die unsere Städte mit Fahrrädern zumüllen und sich dann um nichts mehr kümmern, denken viele. Dieses Bild hat Obike nun zementiert.

Obike-Gründer: „Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen“

Überraschende Wendung im Fall Obike: Nachdem es in den vergangenen Tagen so aussah, als würde sich der Anbieter zurückziehen, dementiert der Gründer nun die Berichte.

Bild: Getty Images / Michael Dodge

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