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Prozess gegen fünf Männer beginnt mit Geständnis

Prozess gegen fünf Männer beginnt mit Geständnis

Mit dem Geständnis eines Angeklagten hat vor dem Essener Landgericht der Prozess um eine Serie von mutmaßlichen Gruppenvergewaltigungen und sexuellen Nötigungen im Ruhrgebiet. Der 20-jährige Mann aus Gelsenkirchen ließ seinen Verteidiger am Freitag eine Erklärung verlesen, in der es hieß: „Ich stehe zu den Taten und erkenne meine Schuld an. Ich schäme mich.“ Die übrigen vier angeklagten Deutschen zwischen 17 und 24 Jahren wollen sich – wenn überhaupt – erst im August zu den Vorwürfen der Anklageschrift äußern.

Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die jungen Männer bei dem Kurznachrichtendienst WhatsApp zu Gruppenunterhaltungen zusammengeschlossen haben. Aus dem Chat hat die Polizei nach der Festnahme der Angeklagten zahlreiche Nachrichten ausgewertet, in denen sich die Männer über Frauen unterhielten, Verabredungen besprachen und sich anschließend auch über ihre Erlebnisse mit den Schülerinnen ausließen.
Die Angeklagten sollen zwischen August 2016 und dem vergangenen Januar insgesamt sieben Mädchen im Auto an abgelegene Orte gebracht und dort in wechselnder Tatbeteiligung Sexualdelikte begangen haben. Vier der fünf mutmaßlichen Täter sitzen in Untersuchungshaft.

Die Taten sollen immer nach dem gleichen Muster abgelaufen sein

In fünf Fällen soll es zur Vergewaltigung gekommen sein. Die Taten sollen fast immer nach dem gleichen Muster abgelaufen sein. Einer der Angeklagten soll sich mit einem Mädchen zu einem Treffen verabredet haben. Am vereinbarten Ort trafen dann aber stets bis zu vier Männer ein und baten die Schülerin ins Auto. Dann sollen sie in abgelegene Waldstücke oder auf Feldwege gefahren sein, wo sie dem jeweiligen Mädchen mit einem Trick das Handy abnahmen. Mit der Drohung, sie würden sie ohne Telefon einfach in der Dunkelheit zurücklassen, sollen sie die Opfer dann zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Der geständige 20-Jährige räumte ein: „Ich habe gemerkt, dass sie das nicht wollten.“

„Meine Mandantin hat Schreckliches durchlebt, es geht ihr bis heute überhaupt nicht gut“, sagte ein Nebenklägervertreter am Rande des Prozessauftaktes. Das Gericht hat insgesamt 21 Verhandlungstage bis November terminiert. 

Zum Prozessauftakt beantragte die Verteidigung des 17-jährigen Angeklagten den Ausschluss der Öffentlichkeit, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Kammer wies diesen Antrag zurück.

Die Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet waren im Februar bekannt geworden. Nach einem tatverdächtigen 18-Jährigen hatte die Polizei damals mit dessen Bild gefahndet. Der Gesuchte stellte sich daraufhin der Polizei. Für den Prozess beraumte die Essener Strafkammer zunächst 20 weitere Verhandlungstage bis Mitte November an. (AFP)

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