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Obike-Gründer: „Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen“

Obike-Gründer: „Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen“

Überraschende Wendung im Fall Obike: Nachdem es in den vergangenen Tagen so aussah, als würde sich der Anbieter zurückziehen, dementiert der Gründer nun die Berichte.

Alles ein Missverständnis? Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Medien den Rückzug des Leihradanbieters Obike aus Europa meldeten (auch NGIN Mobility berichtete), hat sich der Gründer Shi Yi nach mehrtägigem Schweigen nun zu Wort gemeldet. Gegenüber dem Handelsblatt (Bezahlschranke) dementierte der chinesische Jungunternehmer die Meldungen: „In Deutschland sind viele irreführende Nachrichten im Umlauf“, sagt der 29-Jährige gegenüber der Zeitung. „Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen.“

Das geht auch aus einer gestern versendeten Pressemitteilung des Unternehmens hervor, das unter anderem in Frankfurt, Berlin und München seine Räder zum Verleih anbietet: Demnach haben die Probleme auf dem Heimatmarkt in Singapur keine Auswirkungen auf die europäischen Märkte, in denen Obike bereits aktiv ist, heißt es darin. In Singapur hatte das Startup am 25. Juni seinen Dienst eingestellt und zwei Insolvenzveralter bestellt.

Die Aussage steht im Widerspruch zu den Informationen des Frankfurter Verkehrsdezernats. Ein Sprecher der Behörde hatte kürzlich mitgeteilt: Man habe eine schriftliche Mitteilung erhalten, wonach sich O-Bike aus der Stadt zurückziehe. Und auch aus Zürich in der Schweiz war zu hören, dass der Leihradanbieter den europäischen Markt aufgeben werde. Das sagte ein Mitarbeiter des Zürcher Unternehmens Umzug24, das ursprünglich mit der Wartung der Räder in der Stadt Zürich beauftragt war – und sie im Auftrag von Obike jetzt von den Straßen räumen soll. Demnach sei als „Ausgleich für ausstehende Zahlungen“ mit dem Leihradanbieter vereinbart worden, dass die bereits eingesammelten Räder in den Besitz von Umzug24 übergehen.

Dass Obike in Zahlungsschwierigkeiten steckt, leugnet Gründer Shi Yi gegenüber dem Handelsblatt nicht: „Wir haben tatsächlich finanzielle Probleme“, sagte er. Man sei jedoch dabei, diese zu lösen. Das Unternehmen wolle sich in Europa neu aufstellen, von einigen Mitarbeitern habe man sich bereits getrennt. Außerdem will Shi das Geschäftsmodell ändern, um das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen. Die bisher fällige Kaution in Höhe von 79 Euro werde ab der kommenden Woche entfallen, bereits registrierte Nutzer können das Geld zurückverlangen, heißt es in der Mitteilung weiter.

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Shi Yi, der mit elf Jahren von Shanghai nach Deutschland zog und an der Frankfurter Goethe Universität studierte, gab gegenüber dem Handelsblatt auch einige Fehler zu. Beispielsweise würde er nicht mehr so schnell expandieren. Innerhalb von sechs Monaten war das 2016 gegründete Startup in 20 Ländern gestartet. Auch habe das Unternehmen die Kosten der Regulierung unterschätzt.

Innerhalb der nächsten beiden Wochen will das Unternehmen „mehr Informationen über die neue Struktur“ bekannt geben. Bis dahin müssen sich die bereits registrierten Nutzer wohl weiter gedulden.

Bild: Public Domain Work Bestimmte Rechte vorbehalten von edwardhblake

 

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